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An Dich, aus Damaraland…

Wir haben uns schon eine Weile nicht mehr gesprochen und Du fehlst mir. Ja wirklich, ich denke oft an Dich. Gerade sitze ich allein am Feuer, alle anderen sind schon zu Bett gegangen. Hinter uns liegen ein paar gute Tage.

 

Jetzt ist es ganz still.

 

Von der weit entfernten Küste weht ein kalter Ostwind; die Nacht ist ohne Mond. Und ich stelle mir vor, Du säßest jetzt hier neben mir. Ja, das würde Dir gefallen. Ein Feuer prasselt; Wasser brodelt im Kessel. Vor uns liegt eine neue Woche Abenteuer.

 

Jeden Morgen stehen wir mit der Sonne auf, packen unser Fernglas und die Kamera ein und dann fahren wir hinaus ins wilde Land. Da draußen gibt es nichts. Nur Landschaft. Und Weite. Bis zum Horizont können wir sehen.

 

Und manchmal noch ein bisschen weiter.

 

Auf der Suche nach den Wüstenelefanten legen wir hunderte von Kilometern zurück. Und wir schlafen unter Sternen, die hier so ganz anders strahlen als zu Haus. Ich schreibe alles auf, male Bilder in meinem Kopf, die ich mit Gedanken einrahme und für Dich zu einem Päckchen fest verschnüre.

 

Ich bin gerne unterwegs.

 

Das weißt Du ja. Ich kann nicht lange still sitzen. Aber das bedeutet nicht, dass ich gern allein bin. Und auch wenn ich hier jetzt nur so mit mir selber sitze, fühle ich mich doch nicht einsam.

Ja, ich kann mich glücklich schätzen, dass ich ein paar gute Menschen in meinem Leben weiß. Die sind nun grad ganz schön weit weg, aber alle ein Stück mit mir gegangen. Einige werde ich wiedersehen, andere nicht. Aber alle zusammen haben mich zu dem gemacht, was ich jetzt bin.

Jede Begegnung war gut, jedes Gegenüber ein Lehrer.

 

Manchmal vergesse ich, wie ich überhaupt hier gelandet bin. Aber dann fällt’s mir wieder ein: Ich bin jetzt hier, weil Du an mich geglaubt hast. Nee echt jetzt, ohne Dich hätte ich das so nicht hingekriegt. Und was auch immer die Zukunft bringt und wohin auch immer es mich noch verschlägt:

 

Den Platz neben mir am Feuer, den halte ich immer für Dich frei.

 

Und irgendwann, das weiß ich, setzt Du Dich dann dazu, so als wärst Du nur mal kurz zur Tür raus, und dann schauen wir noch ein bisschen länger aufs Feuer. Und schmunzeln so wie nur wir schmunzeln können.

 

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Gesa Neitzel

Hallo! Schön, dass du da bist. Ich bin Gesa aus Berlin und mir gehört der Laden. Hier erzähle ich von meinen Reisen um die Welt und immer auch ein Stück mehr zu mir selbst.

  1. Joe B. Argain sagt:

    Thank you, Frederic !

  2. Mad sagt:

    Liebe Gesa,

    einfach nur WOW! Gänsehaut!

    Ich liebe diese sanfte, gefühlvolle Art deiner Du-Geschichten. Schon jetzt, nach einmaligem Lesen zusammen mit “An dich, aus Südafrika” eine meiner absoluten Lieblingsgeschichten hier im Blog.

    Hoffe auf baldige Fortsetzung und weiterhin viele schöne Abenteuer im Busch!

    Liebe Grüße,
    Mad

  3. Thor sagt:

    Ach Gesa, du schreibst so schön!!! :)

  4. Kevin sagt:

    Gesa was soll man dazu sagen? einfach unglaublich !
    Ich selbst bin eine sehr emotionale Person, bei einem traurigen Film läuft mir auch mal eine Träne die Wange runter. ( ich weiß Männlichkeit pur :P )
    Aber das hier schlägt alles. So viel Gefühl in einem Text habe ich selten gelesen.
    Vielen dank dafür und hör bloß nicht auf damit!

    GO WILD !

  5. Bernhard sagt:

    Wow… kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, einfach nur schön geschrieben. Herzergreifend. Tiefgründig.

    liebe Grüße
    Bernhard

  6. Sabine sagt:

    Hallo Gesa,
    ich fühle mich gerade, als ob ich bei dir am Lagerfeuer sitzte, sehr schön geschrieben. Bei deinen Worten denke ich zurück an unsere Namibia Reise und die Safari zu den Wüstenelefanten. Die Sichtung dieser seltenen Tiere war ein nahezu magischer Moment. Ich teilte diesen Moment mit meinem Mann und meinen Söhnen. Ach, könnte ich mich doch nur zurück beamen!
    Liebe Grüße,
    Sabine

... Ich möchte auch was dazu sagen:

Hierlang für noch mehr Abenteuer!schliessen
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