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Das letzte Wort.

Auf zu neuen Ufern! Leichter gesagt als getan. Der Weg dorthin führt über eine stürmische See und manchmal schwappen die Wellen so hoch, dass ich das neue Land nicht mehr sehen kann.
 
Und das sind dann Momente, in denen es schwer wird; in denen ich aufgeben will, in denen ich mich frage, warum ich’s trotzdem nicht tue.
 
Kann ich nicht einfach aufgeben? Bitte? Kann ich es nicht einfach sein lassen?
 
Nein.
 
Stattdessen hangele ich mich an einem Strohhalm über einen wilden Ozean und bin zuweilen selbst überrascht, dass er hält.
 
Was treibt mich an, frage ich mich. Was bringt mich dazu, weiterzugehen? Welche Kraft zieht mich?
 
Bei manch einem ist es Hoffnung, bei anderen Liebe oder Glaube oder Freiheit. Und auch wenn all diese Dinge wichtig für mich sind, ist die Kraft, die mich antreibt doch eine andere:
 
Mut.
 
Ja, Mut treibt mich an. Mut fordert mich. Immer wieder. Jeden Tag.
 

“Es gibt Dinge, die man tun muss, sonst ist man kein Mensch, sondern nur ein Häuflein Dreck. ”

 
Jonathan zu Krümel in “Die Brüder Löwenherz”
 

Mein Alltag ist wie ein sicherer Hafen, in dem die Zweifel vor Anker liegen. Ich aber bin wie das Schiff, das nur da draußen überhaupt Sinn macht. Alles, was ich tun muss, ist mich zu trauen, rauszufahren. Immer wieder. Jeden Tag.
 
Na gut, vielleicht nicht jeden jeden.
 
Denn das ewige Mutigsein macht müde; das mich täglich selbst motivieren und mir keine Ruhe zugestehen. 
 
Derweil liefern sich Zweifel und Zuversicht einen unablässigen Schlagabtausch in meinem Kopf; ich aber wünsche mir einfach nur, dass endlich einmal Ruhe ist.
 

 “Ja, aber was wenn ich falle?”

“Ja, aber was wenn du fliegst?”

“Ja, aber was wenn ich falle?”

“Ja, aber was wenn du fliegst?”

 
Ich bin müde. Gerade in Zeiten der Veränderung scheint es mir wichtiger denn je, gut und viel zu schlafen. Und trotzdem ist es jetzt schon wieder nach 12.
 
Und meine Augen brennen. Und die Lider werden schwer und schwerer. Und immer noch geben Zweifel und Zuversicht keine Ruh.
 
Doch zumindest für diesen Artikel beschließe ich jetzt, wer das letzte Wort hat (und wahrscheinlich funktioniert das ganz genauso auch im echten Leben):

 
Ja. Aber was wenn du fliegst.
 

 

 

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Gesa Neitzel

Hallo! Schön, dass du da bist. Ich bin Gesa aus Berlin und mir gehört der Laden. Hier erzähle ich von meinen Reisen um die Welt und immer auch ein Stück mehr zu mir selbst.

  1. Sehr, sehr schön geschrieben! Und das Zitat von den Brüdern Löwenherz hat mit einem Fingerschnipp ein bisschen Kindheit wieder gebracht! Danke Dir dafür.

    Und ja…generell kann ich da nur zustimmen!!!

    Schönen Freitag!
    Marc

    • Gesa sagt:

      Hi Marc,

      ich danke dir. Ich habe das Buch tatsächlich in meinem Regal stehen und kann nur empfehlen, ab und an mal wieder in die alten Kinderbücher zu schauen. Da stehen doch recht schlaue Sachen drin :-)

      Dir auch einen schönen Freitag und ein schönes Wochenende noch dazu!
      Gesa

  2. Timo sagt:

    Ich muss mal mit einem weit verbreiteten falschen Vorstellung aufräumen/ klugscheissern: Schiffe ankern nur, wenn man nicht gerade in einem Hafen festmacht. In den meisten Häfen ist Ankern sogar verboten!
    Also: Raus aus dem Alltag und die Zweifel ab über Bord!
    Lieben Gruß,
    Timo

  3. Manuel sagt:

    Doch auch seine Sorgen und ängste kann man für sich nutzen. Man kann sie regelrecht für sich arbeiten lassen um sich weiter an zu treiben.
    Meine größte Sorge, das schlimmste was ich mir vorstellen kann, ist irgendwann da zu liegen, mit dem Ende vor Augen und mir vorzuwerfen “hättest du nur mal….”, ohne die Chance noch etwas daran zu ändern. Das treibt mich dazu, zu springen und wild mit den Armen zu schlagen, denn auch wenn ich falle habe ich jetzt noch die Chance wieder aufzustehen, mir den Dreck abzuklopfen und es gleich nochmal zu versuchen:)

... Ich möchte auch was dazu sagen:

Hierlang für noch mehr Abenteuer!schliessen
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