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Der Geschmack von Abenteuer.

Was ist das, Abenteuer?

 

Was macht ein Abenteuer mit uns, dass es uns lebendig werden und zugleich zu Tode ängstigen lässt? Was hat die Reise ins Ungewisse auf sich, dass sie uns reizt und doch verschreckt? Was ist dieses Feuer, das irgendwo in der Magengegend anfängt und sich über Nieren, Herz und Hals bis hoch in den Kopf ausbreitet?

Für einige bedeutet das Wort “Abenteuer” statt Bananen Äpfel im Supermarkt zu kaufen. Für andere bedeutet es, die Seiten eines abgewetzten Tagebuchs auf dem Rücksitz eines ranzigen Geländewagens mit Erlebnissen zu tapezieren und Narben – sichtbare und weniger sichtbare – wie Trophäen im Regal zu sammeln. Doch egal welche Variante es heute an diesem neuen Tag wird: Das wichtigste ist, dass es eine von beiden wird.

 

Ein Abenteuer muss nicht groß und gefährlich sein.

 

Schon mal zwei Stunden früher als sonst aufgestanden, um zu Fuß zur Arbeit zu laufen, anstatt Bahn oder Auto zu nehmen? Es geht darum, Grenzen zu überschreiten; wach und munter in den Tag zu starten; das Leben als eine Aneinanderreihung von Möglichkeiten und Chancen zu sehen und voller Inbrunst in diesem Moment zu leben. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem. Und diesem.

Denn wenn wir mal so drüber nachdenken, dann haben wir nur eine begrenzte Anzahl an Momenten auf dieser wundervollen, gefährlichen, atemberaubenden, sich unentwegt drehenden Welt. Warum auch nur eine Sekunde davon mit Angst verschwenden?

Wenn wir niemals “Ja” zum Abenteuer sagen, werden wir auch niemals wissen, was alles drin ist in so einem Leben. Wenn wir immer nur “Nein” sagen, Ausflüchte suchen und uns vor unseren Möglichkeiten verstecken, werden wir nie in den Genuss kommen, auf einem unerforschten Trampelpfad durch die Pampa zu irren, die sich “Ungewissheit” nennt. Die besten Erinnerungen, die wir je sammeln werden, liegen genau auf diesem Pfad in Richtung “Scheiße-wie-bin-ich-bloß-hier-gelandet?!”

 

Einer der schlimmsten Sätze, die wir sagen können, beginnt mit: “Was wäre wenn…”

 

…Was wäre, wenn ich den Job geschmissen hätte? Was wäre, wenn ich mit ihr gegangen wäre? Was wäre, wenn ich mich getraut hätte, nach Afrika zu gehen? Diese letzte Frage wollte ich mir nicht stellen müssen. Und darum bin ich jetzt hier. Mitten in meinem Abenteuer. Ich weiß nicht, was der morgige Tag bringt. Ich weiß nicht, wo ich nächsten Monat schlafe oder wie ich im nächsten Jahr mein Geld verdiene. Und all das waren Dinge, die mich noch vor zwei Monaten so sehr gelähmt haben, dass ich kaum ins Flugzeug steigen konnte. Aber jetzt, unterwegs, erkenne ich an, dass ich auch zu Hause in vermeintlicher Sicherheit nicht sonderlich sicher war.

 

Abenteurer lernen mehr.

 

Nichts lehrt uns mehr über uns selbst, als ein gutes, altes Abenteuer. Wer die eigenen Grenzen überschreitet, kann nicht anders; wird sich verändern; wird frische, neue Fragen stellen; und wird lernen, lernen, lernen.

Ich für meinen Teil schaute lieber in das verwitterte Gesicht eines alten Entdeckers; schüttelte lieber die schwieligen Hände einer Weltumseglerin und unterhielte mich lieber mit einer Seele gemeißelt in Weisheit, als die ewig gleichen Gespräche am Stammtisch zu führen. Und ich wählte jederzeit die Möglichkeit, im Abenteuer zu scheitern, als in Sicherheit zu baden und keine eigene Geschichte zu haben.

 

Ein Abenteuer birgt die besten Geschichten – egal ob groß oder klein.

 

Wir sind hier, um zu entdecken und zu lernen. Als Kinder haben wir hinter dem Haus damit angefangen; mit unermüdlichem Wissensdrang und unstillbarer Neugier haben wir den Garten umgegraben, Sandburgen gebaut und Schätze gefunden. Mensch, das Entdecker-Gen ist uns in die Wiege gelegt, Freunde! Und genau deshalb ist die Reise ins Ungewisse auch das Einzige, was uns wirklich glücklich machen kann.

Nicht Geld, nicht Sicherheit, nicht Langeweile.

Nur Erfahrung.

 

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Gesa Neitzel

Hallo! Schön, dass du da bist. Ich bin Gesa aus Berlin und mir gehört der Laden. Hier erzähle ich von meinen Reisen um die Welt und immer auch ein Stück mehr zu mir selbst.

  1. Annika sagt:

    “Und genau deshalb ist die Reise ins Ungewisse auch das Einzige, was uns wirklich glücklich machen kann.” Das ist wohl das schönste was ich seit langem gelesen habe. Und wie schön diese Bestätigung zu lesen, dass ich nicht allein bin mit diesem Gefühl, mit diesem anders sein, mit diesem ständigen raus wollen, über das so viele die Köpfe schütteln. Danke für das ‘aufs Papier bringen’ – viel Spass beim weiterhin glücklich sein!

  2. Verena sagt:

    Der Artikel war genau das, was ich gebraucht habe. Ich hab entschieden, zwischen Bachelor und Master ein Jahr “Pause” zu machen. Zum Schreiben, Arbeiten, Lesen, Lernen, Erfahrungen sammeln, Reisen… Heute ist so ein Tag, an dem ich mich frage, ob das eine gute Idee ist. In anderthalb Monaten endet meine Lebensplanung erstmal, der Rest ist irgendwie in Arbeit und vage. Da kam dein Artikel genau richtig, als Aufmunterung und Mutmacher!

  3. Hubert sagt:

    Was mache ich nur mit diesem Artikel? Ausdrucken, direkt über dem Bildschirm aufhängen, als stetige Erinnerung und Ansporn?
    Nein. Ich lese ihn mir noch fünf Mal durch, fahre dann den Rechner runter – und gehe raus.
    Liebe Gesa, weiterhin viel Freude, täglich Neues und unzählige Sterne über Dir beim Einschlafen!
    Liebe Grüße,
    Hubert

  4. Thor sagt:

    Es macht großen spaß deinen Blog zu verfolgen. Vor allem die Entwicklung der letzten fünf, sechs Monate finde ich super spannend. Hör bitte nie auf zu schreiben, okay?

  5. Hallo Gesa,

    sehr schön geschriebener Artikel!
    Diesen Satz ” Was wäre wenn…” haben wir schon seit Ewigkeiten verbannt und reisen,entdecken so oft wir können.Das ist die pure Freiheit !

    Lieben Gruß

    Bibo & Tanja

  6. Gesa du schreibst du wunderschön. Und du hast recht, Abenteuer machen das Leben schön und interessant und lebenswert. In Zeiten, wo unser Alltag immer mehr geprägt ist von Leistungsdruck, ist es irgendwie auch schön Abenteuer zu erleben, ob große oder kleine. Ich möchte meinen Kindern später von meinen Reisen erzählen, von durchzechten Nächten und von allen Erkenntnissen, die ich durch meine Erfahrungen gewonnen habe.
    Man lebt nur ein Mal und das sollte man sich immer wieder vor Augen führen <3

  7. Liebe Gesa,

    ich bin auch gerade an einem Scheidepunkt in meinem Leben und kann da motivierende Worte wie deine sehr gut gebrauchen. In gut zwei Monaten fängt meine Auszeit an und ich bin einerseits natürlich voller Vorfreude, aber andererseits eben auch immer wieder voller Skepsis, ob mein Weg der richtige ist.

    Danke für deinen tollen Bericht!

    Liebe Grüsse,

    Doris
    Mrs Globalicious

  8. […] Bedouin Writer: Der Geschmack von Abenteuer […]

  9. […] wie Gesa von Bedouin Writer in ihrem Beitrag zum Thema Abenteuer so treffend […]

... Ich möchte auch was dazu sagen:

Hierlang für noch mehr Abenteuer!schliessen
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