Unbenannt

Eine gute Geschichte.

Warum erwählen wir eigentlich kreative Berufe? Hm? Was soll das? Warum werden wir Autoren? Journalisten? Schauspieler? Fotografen? Blogger? Regisseure? Ja, gewiss auch Tänzer, Designer, Musiker und all die anderen kreativen Berufe, die ich jetzt vergessen habe?

Jeder wird seine eigene Antwort auf diese Frage haben. Meine lautet wie folgt:

 

Weil wir Geschichten erzählen wollen.

 

Fast schon banal, ich weiß.

Und doch will ich einmal darüber nachdenken, was das eigentlich bedeutet.

Wer nämlich durch seinen Beruf die Möglichkeit hat, ein Publikum zu erreichen – egal ob das nun zehn Menschen sind oder zehntausend – der sollte sich darüber bewusst sein, dass seine Worte/ Bilder/ Gedanken immer eine Geschichte erzählen.

Und diese Geschichte hat das Potenzial, im Gedächtnis eines anderen Menschen ihre Spuren zu hinterlassen.
 
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Ich meine, ich zitiere heute noch Astrid Lindgren und lache über Loriot; denke aber genauso auch über diesen einen Gastartikel nach, der mir vor kurzem von einem noch gänzlich unbekannten Blogger zugeschickt wurde.

Was wir sagen, hat Bedeutung.

Sonst könnten wir ja gleich den Laden dicht machen. Das gilt im Übrigen nicht nur für Kreativschaffende, sondern auch für jeden anderen.

Wir alle haben eine Geschichte.

Zunächst von anderen definiert oder gar erzählt, erhalten wir hoffentlich irgendwann die Chance, sie selbst fortzuführen. Früher oder später sollten wir uns also fragen:

Ist das hier eigentlich die Geschichte, die ich erzählen möchte?

 

Ist das hier die Geschichte, für die ich bekannt sein möchte? Ist das hier, wie ich in Erinnerung bleiben will? Ist das hier das Leben, das ich führen möchte?

 
Als ich mir diese Fragen vor einiger Zeit stellte, war die Antwort ein bestimmtes “NEIN.”
 
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Ich hatte gerade mein Volontariat beim Fernsehen in Berlin beendet und war somit quasi ausgebildete Geschichtenerzählerin = Redakteurin.

Nur die Geschichten, die ich erzählte, waren nicht diejenigen, die mich selbst bewegten. Was ich tagtäglich tat, ließ mich total kalt. 

Als ich das feststellte, wurde mir klar, dass ich meinen Kurs komplett würde ändern müssen.

 

Ich wollte keine kalten Gerichte auftischen.

 
Ich wollte brennen für das, was ich tat.

Also setzte ich mich hin – nicht nur einmal, sondern hunderttausend Mal – an meinen Schreibtisch und grübelte und schrieb Tagebuch und grübelte noch ein bisschen mehr.

Und es dauerte Jahre, bis ich herausfand, welche Geschichte ich denn eigentlich erzählen wollte. Und das ist normal. Das ist eine gute Sache.

Nur wer viele Fragen stellt, wird am Ende auch zufriedenstellende Antworten finden und wissen, dass die eigene Geschichte kein fauler Kompromiss ist, sondern eine wohlüberlegte Entscheidung.
 
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Ich entschied mich, dass meine eine Reise-Geschichte werden sollte. Eine Abenteuer-Geschichte; eine über neue Entdeckungen und ständige Veränderungen, über Herausforderungen und Träume und Mut; eine Geschichte, die irgendwann mal eine verdammt Gute am Lagerfeuer abgeben würde.
 

Aber es gab keinen bestimmten Moment der Erleuchtung oder so.

 
Ich habe schon mal erzählt, dass ich eher in bestimmte Richtungen laufe, anstatt konkrete Listen abzuhaken.

Denk nicht, dass du eines Tages aufwachen und all die Antworten parat haben wirst. Dieser Tag wird niemals kommen.

Neue Erfahrungen stellen auch immer wieder neue Fragen und erst in der Retrospektive wirst du erkennen, dass sich die Fragezeichen von einst in Punkte verwandelt haben.

Für mich war es zunächst einmal wichtig, den Grund herauszufinden, warum ich überhaupt in den Medien arbeiten wollte – abgesehen davon, dass es ein abwechslungsreiches Feld zu sein schien. Und Mathe konnte ich halt nicht.

Und der Grund war der, dass ich schon immer gute Geschichten gemocht hatte und meine eigenen erzählen wollte.

Hallelujah.

Für diese simple Erkenntnis hatte ich fünf Jahre gebraucht. Aber erst als ich sie hatte, konnte ich den nächsten Schritt festlegen:
 

Nicht nur würde ich Geschichten erzählen.

Nein, ich würde die besten Geschichten erzählen, die ich nur erzählen kann.

 

Daran arbeite ich seitdem.

Und so hat sich nun ein Rad in Bewegung gesetzt, das Wasser aus einer nicht verebbenden Quelle an Wissen, Inspiration und Erfahrung schöpft.

Ich habe die eine Sache gefunden, von der ich nie werde genug kriegen können. Das Thema, in dem ich immer etwas Neues werde lernen können und das mir nie langweilig wird.

Ich weiß, es wird für mich immer erstrebenswert sein, noch bessere Geschichten zu erzählen, neue Wege zu finden, wie sie erzählt werden können und – am Allerwichtigsten – die Welt zu bereisen, um sie ausfindig zu machen.

Davon will ich in Zukunft erzählen.

Meine Geschichte soll eine Sammlung der Geschichten anderer werden. Das ist mein Warum.

 

Wir alle haben eine Geschichte.

…Welche willst du erzählen?

 
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Gesa Neitzel

Hallo! Schön, dass du da bist. Ich bin Gesa aus Berlin und mir gehört der Laden. Hier erzähle ich von meinen Reisen um die Welt und immer auch ein Stück mehr zu mir selbst.

  1. Sarah sagt:

    Liebe Gesa,

    ich erkenne mich absolut wieder, in dem was Du schreibst. Genau wie Du will ich Geschichten erzählen. Und tue das auch schon ein bisschen. Mein Themen sind Gott und die Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir uns nicht erklären können. Vielleicht hat das auch ein bisschen mit Reisen zu tun… Im Grunde treibt uns alle das Gleiche an: Unsere Seele, die sich ausdrücken möchte. Weil sie weiß, dass wir dadurch glücklicher und zufriedener sind.

    Ich bin gespannt auf Deinen weiteren Weg und wünsche Dir alles Gute! :-) Es ist toll, wie Du Deinem Herzen folgst!

    Liebe Grüße,
    Sarah

  2. Martin Hoch sagt:

    Eine wunderbarer Artikel – inspirierend und klar. Werde ihn mir zu Herzen nehmen. Darüber nachzudenken, was und wie man etwas tut, lohnt sich immer wieder. Danke!

  3. Gesa Neitzel sagt:

    Hi Martin,

    danke dir und toll, dass ich dich mit meinen Gedanken erreicht habe! Und danke auch für’s Teilen auf Facebook :-)

    Liebe Grüße!
    Gesa

  4. Aylin sagt:

    Liebe Gesa, wieder eine wunderbare Geschichte :-)

  5. jessie sagt:

    Immer wieder inspirierend! :)

  6. Anne sagt:

    Sag mal wie machst du das immer? Ich habe das Gefühl du krabbelst in meinen Kopf rein und schaffst es dann GENAU DAS auszudrücken was ich schon lange “irgendwie so” denke, aber einfach nicht schaffe richtig in Wort zu fassen.
    “Ist das hier eigentlich die Geschichte, die ich erzählen möchte?” ist für mich die wichtigste Frage überhaupt. Denn manchmal landen wir irgendwie in so einer Geschichte und setzen sie einfach fort. Ohne großes Hinterfragen. Und dafür könnte UNSERE Geschichte doch so viel schöner sein.
    Danke für die Inspiration <3

... Ich möchte auch was dazu sagen:

Hierlang für noch mehr Abenteuer!schliessen
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