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Mein Freund, die Angst.

“Ich hatte noch nie in meinem Leben so viel Schiss!” – Das ist der Grundgedanke, der im Moment meinen Alltag bestimmt. Denn ich stehe kurz davor, mein Leben umzukrempeln. Wenn Angst jemals angebracht war, dann doch wohl jetzt.

Aber von vorne…

Rückblick.

 

Für alle, die mich noch nicht so gut kennen, kommt hier mal ein Abriss der letzten Jahre:

Ich lebe und arbeite seit 2006 in Berlin, mit bislang vier größeren Reise-Pausen durch Australien, Europa, Asien und Südafrika und vielen kleinen Trips zwischendurch. Wenn ich zu Hause bin, habe ich bisher als Redakteurin beim Fernsehen gearbeitet.

2012 habe ich meinen Blog gestartet – als Reisetagebuch für Freunde und Familie. Mit dieser Seite mein Geld zu verdienen war bis jetzt nicht meine Absicht. Das hier ist in den letzten zwei Jahren ein Ort für meine Gedanken, eine Spielwiese für meine Ideen geworden.

Mittlerweile sind viele neue Freunde dazu gekommen – und mit jedem neuen Blogartikel nimmt auch meine Zukunft Form an. 

 

 Schlüsselmoment.

 

“The best day of your life is the one on which you decide your life is your own. No apologies or excuses. No one to lean on, rely on, or blame. The gift is yours – it is an amazing journey – and you alone are responsible for the quality of it. This is the day your life really begins.” – Bob Moawad

 

Der Tag, an dem ich mich entschied, dass ich mein Leben ändern würde, war ein Tag ohne Internet- und Telefonempfang, ein Tag allein in einer Hütte in den südafrikanischen Drakensbergen im Januar 2014. Ich kam gerade zurück von einem Streifzug durch ein Wäldchen nahe unseres Camps, in der Ferne rollten Gewitterwolken heran, meine Gedanken waren so elektrisiert wie die Luft, die ich atmete.

Ich war lebendig.

Und ich beschloss in diesem Moment, dass ich immer so lebendig sein wollte und dass ich selbst dafür sorgen würde. Dass ich meinen eigenen Weg gehen würde und dass ich fortan nicht mehr zu der Gruppe Menschen gehören würde, die nicht an mich glaubte.

Ich beschloss an diesem Tag, mein eigener Fan zu werden

Das klingt nun erstmal ziemlich selbstverliebt – und Tata! : Das ist es auch. Mich selbst und meine Ideen und Träume zu lieben und ernst zu nehmen, war für mich der erste Schritt in Richtung Freiheit. Und mit Freiheit meine ich nicht diesen wirren Zustand, in dem man bis in die Puppen schläft und nicht mehr zur Arbeit muss.

Nein, mit Freiheit meine ich schlichtweg die eigene Unabhängigkeit von den Vorstellungen und Erwartungen anderer; die Perspektive, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen, anstatt es immerfort von einer undefinierbaren Masse definieren zu lassen.

Meinem Plan setzte ich an diesem Tag noch einen Datumsstempel auf:

 

01.01.2015

 

Dann sollte es losgehen.

Und damit habe ich jetzt noch knapp zwei Wochen. Zwei Wochen vermeidliche Sicherheit. Ab dem 01.01.2015 beginnt ein neuer Abschnitt. Und ich habe Schiss. Denn was auf mich wartet, ist Ungewissheit. Und ich bilde mir ein, damit nicht gut umgehen zu können. Natürlich ist das Quatsch. Ich kenne eigentlich gar keine Sicherheit. Ich hatte noch nie einen Arbeitsvertrag, der länger als 12 Monate ging; ich hatte noch nie mehr als 5000 Euro auf dem Konto; ich hatte noch nie die Gewissheit, wie das nächste Jahr aussehen würde. Und ich wollte das auch nie. 

Ich denke dennoch, dass das Wichtige an einer ungewissen Zukunft eine Fallback-Position ist. Darum behalte ich meine Wohnung und ein kleines finanzielles Polster. Und ich weiß um meine Familie, die mir den Rücken freihält und um ein paar gute Freunde, die mir immer bleiben werden.

Ausblick.

 

Was in Zukunft passiert, steht in den Sternen. Aber so viel ist gewiss: Der nächste Abschnitt beginnt mit einem Abenteuer. Einem Abenteuer in Afrika.

Um mein neues “Draußen-Leben” zu beginnen, werde ich fast ein ganzes Jahr auch draußen sein, naturbewusst leben und lernen, wie ich mich in der Wildnis bewege, wie ich Spuren und Sterne lese, Feuer mache, Pflanzen und Tiere bestimme.

Ich mache eine Ausbildung zum Safari-Ranger und schaffe so eine neue Grundlage für meine Zukunft.

Es wird, das ist gewiss, eine 180-Grad-Wende zu meinem jetzigen Leben; einem Leben, das sich zu großen Teilen in einer Stadt, vor einem Computer oder in einem Fernsehstudio abspielt.

2015 ist also geplant, finanziert, organisiert. Und auch, wenn ich großen Respekt vor diesem noch größeren Schritt habe, so freue ich mich doch riesig auf die Erfahrungen, die ich werde machen dürfen; auf die Chance, Neues zu lernen und die Möglichkeit, viele gute Geschichten zu finden.

Was danach kommt, weiß ich nicht. Ich möchte mein eigener Chef sein, so viel ist klar. Ich möchte meine eigenen Projekte realisieren und so viel Zeit wie möglich draußen verbringen, meine Hände benutzen und meine Fähigkeiten bewusst und gut einsetzen. Ich möchte noch mehr von der Welt sehen und noch viel mehr von ihr lernen.

Wie genau das aussehen wird, werde ich Ende nächsten Jahres entscheiden. Gut Ding braucht Weile. Ich sehe das Jahr 2015 als Chance, um alte Verhaltensmuster abzulegen, Neues zu lernen, Pläne zu schmieden und abseits des Altbekannten nur auf meine Instinkte zu hören.

 

Mein neuer bester Freund.

 

Die Angst ist mein ständiger Begleiter dieser Tage. Aber zugleich ist sie auch mein Motor. Ich laufe nicht vor ihr weg, ich laufe ihr entgegen. Ich versuche, sie als einen Freund zu behandeln, der mein Herz höher schlagen lässt und mich mit jedem neuen Tag ein Stückchen näher in Richtung der Dinge führt, die mir am Herzen liegen. Im Hinterkopf stapeln sich bereits die Ideen. Und sie sind es auch, die mich vorantreiben. Zusammen mit dem unbestimmten Gefühl, dass das hier irgendwie genau das Richtige ist.

Es gibt immer wieder Tage, an denen die Angst so groß wird, dass ich aufgeben will, muss! Weitermachen? Erscheint dann unmöglich. Wohl auch, weil mir niemand dabei helfen kann. Ich befinde mich auf einem Trampelpfad, den vor mir niemand gegangen ist. Aber mit jedem Schritt durchs Unterholz, den ich hinter mich bringe, gewinne ich auch jedes Mal ein Stück mehr an Selbstvertrauen.

Nicht zu wissen, was die Zukunft bringt, bedeutet schließlich auch, dass es in meiner Hand liegt, sie zu gestalten.

 

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Gesa Neitzel

Hallo! Schön, dass du da bist. Ich bin Gesa aus Berlin und mir gehört der Laden. Hier erzähle ich von meinen Reisen um die Welt und immer auch ein Stück mehr zu mir selbst.

  1. Mischa sagt:

    Liebe Gesa,

    was für ein wunderbarer Text, was für ein wunderbarer Plan und was für ein wunderbar offenes Ende!

    Genieße die Zeit und freu dich auf die Millionen Ideen, die dir einfallen werden. So ging es zumindest mir, als ich mein Leben umgekrempelt, den Job gekündigt habe und ein halbes Jahr mit dem VW Bus unterwegs war.

    Das fast zu 100 Prozent draußen sein in dieser Zeit vermisse ich ganz stark. Aber jetzt muss ich zuhause erst einmal meine Weichen Richtung Selbstständigkeit stellen, bevor ich wieder losziehen kann :)

    Dir nur das Allerbeste. Genieße die Zeit und dein neues Leben!

    Liebe Grüße

    Mischa

    • Gesa Neitzel sagt:

      Lieber Mischa,

      Danke für deine Worte!

      Ja, das Ende wird vorerst offen gelassen. Es gibt Ideen, es gibt Möglichkeiten, es gibt Chancen. Aber welche davon ich am Ende umsetze, kann ich zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht sagen.

      Alles ist offen. Und alles ist möglich.

      Liebe Grüße,
      Gesa

  2. Sabine sagt:

    Hut ab, Gesa. Das ist eine dieser Entscheidungen, die man im Nachhinein sicher nicht bereut… auch wenn die Angst jetzt an die Tür klopft und man automatisch zweifelt, ob es denn der richtige Weg ist. Ich bin gespannt, wie es bei Dir weitergeht. Wünsche Dir alles Gute!

    Sabine

    • Gesa Neitzel sagt:

      Danke, Sabine!

      Es war irgendwie ein Weg, der mich langsam gefunden hat. Geplant war das alles nicht. Aber manchmal muss man sich auch einfach vom Leben überraschen lassen.

      Ich halte euch auf dem Laufenden, wie es weitergehen wird.

      Dir auch alles Gute!

  3. Jessie sagt:

    Liebe Gesa,

    wie immer wundervoll geschrieben!

    Ich kann total nachvollziehen wie es dir geht und drücke dir alle Daumen die ich so finden kann :)

    Und das schlimmste was passieren kann ist wieder in eine Festanstellung (o.ä.) zu müssen. Was auch kein Beinbruch ist .. denn auch von dort kannst du wieder neue Pläne schmieden und aus deinen Fehler lernen ;)

    Aber ich bin mir sicher, es wird alles klappen! Du springst ja nicht von einen Tag auf den anderen ins kalte Wasser! :)

    Lieben Gruß,

    Jessie

    • Gesa Neitzel sagt:

      Liebe Jessie,

      Da hast du wirklich Recht. Zurück kann ich immer. Und das zu wissen, hilft ungemein.

      Danke dir und auch nur das Beste für 2015 für dich!
      Gesa

  4. Gerald sagt:

    Ich wünsche dir alles Gute für dieses tolle Abenteuer! Zwar war ich auch schon länger als ein Jahr in Afrika unterwegs, aber für diesen super Plan beneide ich dich wirklich…
    Allerdings bin ich sicher, dass du nach dieser Zeit erkannt haben wirst, dass deine Zukunft im Schreiben solch schöner Texte liegt.

    Lieber Gruß,

    Gerald

    • Gesa Neitzel sagt:

      Lieber Gerald, das ist ein großes Kompliment, das du da schreibst und es macht Mut, ganz viel Mut.
      Es klingt mir aber in der Tat so, als hättest auch du einige spannende Geschichten zu erzählen. Über Afrika und das Reisen…

      Ich danke dir vielmals.

      Liebe Grüße zurück,
      Gesa

  5. Anja sagt:

    da hab ich eine schöne Weisheit für dich liebe Gesa
    “da wo die Angst ist, geht der Weg entlang”.
    viel Glück dir

  6. Annika sagt:

    Auch wenn ich Dich nicht kenne, möchte ich Dir sagen, dass ich stolz auf Dich bin. Wie gesagt – wow. Was für grandiose Pläne – wer wird schon Safari Ranger? – und auch wie schön beschrieben, wie Du Deine Angst nutzt, um Dich voranzubringen. Es ging/ geht mir oft genauso aber ich glaube ich konnte das noch nie so schön und so willkommend der Angst gegenüber formulieren. Ich freue mich darauf, von Deinen neuen Abenteuern zu lesen!

    • Gesa Neitzel sagt:

      Liebe Annika, wie schön, dass du deine Sprache wieder gefunden hast und herzlich willkommen an meinem kleinen Lagerfeuer.

      Dass du stolz auf mich bist, empfinde ich als ganz große Ehre. Das hat mir glaube ich noch nie jemand gesagt, mit dem ich nicht verwandt bin. Ich hoffe, ich werde dich nicht enttäuschen und auch, dass auch du deinen Weg gehen wirst. Ich werde immer mal wieder bei dir vorbeischauen :-)

      DANKE.

      Liebe Grüße,
      Gesa

  7. Micha sagt:

    Bei diesem Artikel schwingt richtig viel Gefühl mit. Ich fühle dich tatsächlich. Und ich find es geil.

    Die Mischung macht’s. Du beschreibst die Angst, aber auch das Abenteuer. Die elektrisch geladene Luft, die dich lebendig fühlen lässt.

    Von mir aus könntest du Kuhmist auf einer Alm wegkarren! Wenn du dabei so von deiner Arbeit sprichst, würdest du mich auch damit fesseln!

  8. Hubert sagt:

    Liebe Gesa,
    noch ein Kommentar eines Unbekannten… neben Glückwünschen zu einem erneut wunderbaren Text bleibt nur zu sagen: Eine tolle Entscheidung hast Du da getroffen! Und sollten im Laufe der nächsten 24 Monate Zweifel und noch mehr Ängste kommen, und sie werden kommen, dann lies Dir gerne Deinen eigenen Text immer wieder durch, er wird Dich bestärken und motivieren zum Durchhalten und Weitermachen.
    Viel Erfolg, und vor allem viel Freude!
    Hubert

    • Gesa Neitzel sagt:

      Lieber Hubert,

      das ist eine sehr ehrliche Einschätzung, vielen Dank dafür. Ich denke auch, dass immer mal wieder Zweifel aufkommen werden. Umso wichtiger ist es mir deshalb, das was ich tue mit ganzem Herzen anzupacken. Und wenn davon auch nur ein kleines Stückchen beim Lesen dieses Textes rüberkam, habe ich schon mal was richtig gemacht.

      Dir auch viel Erfolg und nur das Beste auch für deine Reise!

      Gesa

  9. Sabine sagt:

    Liebe Gesa,

    mein Leben bekommt am 01.01.2015 auch eine ganz neue Fahrtrichtung und ich kann deine Angst gerade sehr gut nachvollziehen, mir geht es sehr ähnlich.
    Habe meine Festanstellung gekündigt um noch mit 31. ein Work and Travel in Australien zu machen. Ich will mein Leben ans Meer verlagern um täglich Surfen zu können und freue mich, auf all die mir bisher, unvorstellbaren Erlebnisse! Ich kann es eigentlich noch immer nicht richtig begreifen, dass ich das wirklich mache! Eigentlich ist dass gut, sonst könnte ich seit Wochen schon nichts mehr essen :)

    • Gesa Neitzel sagt:

      Liebe Sabine,

      “Don’t call it a dream – call it a plan!” Der Satz fiel mir beim Lesen deines Kommentars ein. Hut ab! Du hattest einen Traum und hast ihn in einen Plan umgesetzt, den du nun in weniger als zwei Wochen tatsächlich umsetzen wirst.
      …Und das wird ganz groß!

      Ein Freund von mir ist zurzeit in Byron Bay und verbringt seine Tage im wahrsten Sinne des Wortes so glücklich wie ein Fisch im Wasser, auf dem Surfboard, umgeben von Delphinen, Meerluft in der Nase und Salz auf seiner Haut. Das wird ein tolles Jahr für dich, das weiß ich.

      Alles Gute für dich!

  10. “Ich befinde mich auf einem Trampelpfad, den vor mir niemand gegangen ist.”

    So fühle ich mich schon mein ganzes Leben und die Angst wird nicht weniger, nur ich weiß besser mit ihr umzugehen ;)

    <3 <3 <3

  11. Pascal sagt:

    Hy liebe Gesa,

    ich gratuliere dir zu diesem mutigen Schritt. Du scheinst sehr sympathisch zu sein und sehr weltoffen. Ich lebte 4 Jahre in Südafrika in der Wildnis und managte eine Lodge,es war die unglaublichste Erfahrung in meinem Leben. Ich übernachtete viel draussen im Zelt, konnte nachts den Tieren nachlauschen,die Sterne angucken,da fühlte ich erstmal so richtig, was es heisst Freiheit zu haben und einfach wunschlos glücklich zu sein. Ohne Handy,ohne TV es war einfach unbeschreiblich. Ich wünsche dir auf deinem Weg nur das Beste und ich freue mich wieder etwas von dir zu lesen. Liebe Grüsse aus der Schweiz Pascal

    • Gesa Neitzel sagt:

      Hallo lieber Pascal,

      Damit bist du gewiss einer der wenigen Menschen, die tatsächlich nachempfinden können, was mich zu diesem Schritt bewegt hat.
      Ich freue mich auf all die Erinnerungen im Bush, die hoffentlich so schön werden wie die deinen.
      DANKE und liebe Grüße zurück!
      Gesa

  12. Felix sagt:

    Mein Text klingt etwas seltsam, aber ich weiß nicht, wie ich ihn anderes schreiben sollte.

    Deinen Blick auf Ungewissheit und damit auch Angst finde ich faszinierend. Es hat Spaß gemacht deinen Text zu lesen. Danke

    Ich wünsche dir ganz viel Glück! Am Ende des Tages ist es immer Glück, wenn du alles auf eine Karte setzt und heil wieder raus kommst. Und die intensivsten (nachher die schönsten) Erinnerungen in meinem Leben sind die, in denen ich entweder sehr mutig war (die Angst vor dem freien Fall besiegen und einfach springen als enfachstes Beispiel), oder die, in denen ich sehr viel Glück hatte (du triffst wunderbare Menschen an den komischsten Orten und alles geht irgendwie wie von selbst).

    Wie du auch schreibst, sollte das Leben einfach sein. Meistens schreibst du das als “mit meinen Händen arbeiten”. Da stimme ich dir voll und ganz zu. Das gibt ein ganz anderes Gefühl für das auf was du nach der Suche bist. Irgendwie schätzt du Dinge und Momente viel mehr für das was sie sind. (Das Reden über Momente und kleine Dinge zu schätzen ist schon so platt getreten, aber doch eine so wichtige Sache, dass ich sie nicht ienfach weglassen kann.)

    Ich finde es wirklich klasse, dass du noch Herausforderungen und Risiken bejahst.

    Nochmal viel Glück!

  13. Markus sagt:

    Hi Gesa,
    ein sehr schöner Artikel, kann ich gut nachempfinden :-)

    Man sagt ja: “Wenn der nächste Schritt dir keine Angst macht ist er nicht groß genug.”

    Drück dir die Daumen für deine Zukunft :-)

    Gruß Markus

    • Gesa Neitzel sagt:

      Schön gesagt, Markus! Vielen Dank dafür. Ich sehe das ganz ähnlich. Und neben der Angst macht sich in mir auch ein unglaublich gutes Gefühl breit; eine Mischung aus Vorfreude, Aufgeregt-sein, Selbstbestimmung, Stolz, Mut… Alles. ;-)

      Beste Grüße,

      Gesa

  14. Harald sagt:

    Hallo Gesa, sehr schöner Artikel. Glückwunsch zu deinen Schritt. Ich werde mein Leben auch im Januar etwas umkrempeln. Hab meinen job gekündigt, meine Besitztümer abgelegt und am 13. Januar gehts für unbestimmte Zeit mit dem Rucksack durch Südostasien. In Kambodscha werde ich einige Zeit im Nationalpark als freiwiller Helfer tätig sein.

    Ich hab meine Angst mittlerweile abgelegt. Was soll schon passieren? Du wirst eine Erfahrungen machen, die dir keiner nehmen kann. Und sie werden dich beeinflussen in welche Richtung auch immer.

    Bei mir fühlt es sich zur Zeit noch surreal an. Obwohl es nur noch 26 Tage sind

    • Gesa Neitzel sagt:

      Ich kann das sehr gut nachempfinden, Harald. Während ich hier so in meiner Wohnung sitze, kann ich mir kaum vorstellen, dass es bald losgeht. Aber mit jedem Punkt, den ich auf meiner endlos langen To-Do-Liste abhake, wird es ein Stück realer.
      Ich ziehe auch vor dir meinen Hut. Es ist ein mutiger Schritt, den du da gehst und die Erfahrungen, die du wirst machen dürfen, lassen sich mit keinem Geld der Welt bezahlen.

      Alles Gute auch für dich!
      Gesa

  15. Stefan sagt:

    PUH!
    Was für ein großartiger Plan. Ich drücke dir die Daumen und hoffe, dass dich trotzdem ab und zu mal noch vor den Bildschirm setzt und uns deine wunderschönen Geschichten rüberschickst!
    Ich kenne dieses Gefühl auch. Bei mir ändert sich auch ab 2015 alles, aber die Angst fühlt sich gut und richtig an!

    Alles Gute!

    Liebe Grüße aus Thailand,
    Stefan!

    • Gesa Neitzel sagt:

      Danke, Stefan!
      Ja, ich finde auch, dass die Angst gar nicht unbedingt was Schlechtes sein muss. Angst ist, wenn mein Herz höher schlägt und ich mich lebendig fühle; wenn Kopf und Geist zu 100& funktionieren müssen. Wir kriegen das hin, Stefan.

      Dir auch viel Glück und kalte Grüße aus Berlin.

      Gesa

  16. Hannah sagt:

    Ein wunderbarer Text! Ich kenne das Gefühl welches du im Moment haben musst, das warten auf den Absprung in eine unbekannte Zukunft, ohne Plan, ohne die gewohnte Sicherheit. Ich bin bereits am 01.09 gesprungen, habe mein Zimmer in Kisten verpackt und auf Dachböden eingelagert, habe mein Auto verkauft, meinen Rucksack gepackt und bin mit einem one way ticket zum Flughafen gefahren. Habe mich von meinen lieben verabschiedet und Deutschland “Auf Wiedersehen” gesagt. Gelandet bin ich in einer für mich anderen Welt – einer Millionen Stadt, einer Weltmetropole, einer Insel, zwar nicht weit von meinem Geburtsort weg aber doch anders, schön anders – London. Ich hatte ein Zimmer für eine Nacht und eine Adresse des German YMCA. Jetzt mache ich AuPair in einer Familie welche ich seit vier Monaten kenn und mittlerweile auch unglaublich liebe. Ich weiß nur das ich bis Juli hier bleiben werde, dann werden wir sehen was passiert. Wo mich der Wind hinträgt, ich bin jung, ich lebe nur einmal, ich will mein leben leben. Angst motiviert nur an weiter zu machen und bewart uns vor zu großen Dummheiten, Ungewissheit is die Sicherheit das du das machen kannst was du willst, ein offenes Ende ist Leben.
    Oder heißt es nicht,
    Leben ist das was passiert während du beschäftigt bist andere Pläne zu schmieden.

    Behalte den Mut und die Angst!

    • Gesa Neitzel sagt:

      Liebe Hanna,

      Vielen Dank dafür!

      London ist eine tolle Stadt, da hast du dir ein sehr schönes Reiseziel ausgesucht.

      Ich bin sicher, auch du wirst einen ganz spannenden Weg einschlagen und sende dir dafür auch ganz viel Mut zurück.

      Liebe Grüße,
      Gesa

  17. […] Bob Moawad (gefunden bei bedouinwriter […]

  18. Andreas sagt:

    Angst ist ein stetiger Begleiter, manchmal haengt sie an uns wie ein Schatten, oft ist sie nur in Nuancen spuerbar. Mache sie dir zu nutzen denn viele deiner Entscheidungen werden durch sie beeinflusst, sie wird Dich schuetzen und Dir meist den richtigen Weg weisen.
    Der unsichtbare Partner macht uns zu dem was wir sind, oeffnet Tueren zu unserem Ich, unserer Zukunft, macht uns zu dem induviduellen Menschen der wir sind.

    Ich war 24 als ich mich entschied fuer einige Zeit (am Ende wurden es fast 3 jahre) in Etosha “zu verweilen”, damals reiste ich viel und verliebte mich in die Natur- und Tierwelt Suedafrikas und Namibias.

    Meine Entscheidung fiel ueber Nacht und ich nistete mich mit meinen wenigen sachen bei einem der Aufseher ein. Obwohl nicht total auf mich allein gestellt lebte ich die ersten Wochen in stetiger Angst ob meine Entscheidung die Richtige war und ob mich irgendein Tier hinter dem naechsten Busch anfaellt.

    Nach einer Weile wurde die Angst weniger und irgendwann konnte ich es kaum erwarten am naechsten morgen wieder raus zu muessen.

    Das war als ich wusste das es kein Fehler war dieses Schritt zu machen, lernte das ich genauso von einem Auto daheim uberfahren werden konnte als hier von irgend etwas gefressen zu werden solange ich mich an die Regeln hielte und auf die Angst hoerte.

    Es wurde die beste Zeit meines Lebens und sie formte mich wie keine andere und noch heute, nach 25 Jahren, zehre ich von den Erfahrungen und Erlebnissen.

    Du machst etwas wovon viele Menschen nur traeumen es aber nicht verwirklichen koennen weil ihnen ……..die Angst im Wege steht.

    Du wirst es geniessen, es wird einzigartig sein.

    Bin gespannt wie es weiter geht und hoffe wie alle anderen bald mehr von dir zu lesen.

    Ich wuensche Dir alles Gute und viel Erfolg fuer Dein neues Leben.

    Andy

    • Gesa Neitzel sagt:

      Lieber Andreas,

      Über die Feiertage bin ich gar nicht dazu gekommen, dir für deinen ausführlichen und differenzierten Kommentar zu danken. Es macht Mut, von einem zu lesen, der es tatsächlich gemacht hat. Deinen Umgang mit der Angst finde ich bemerkenswert und werde versuchen, mich an deine Worte zu erinnern.

      Vielen Dank dafür und auch für deine weitere Reise alles erdenklich Gute!

      Gesa

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