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Neues von der Affenstraße. # Fünf.

Sieben Tage in Ubud, Bali.

 

Das Leben auf Bali ist schon hart. Es ist ekelhaft schwül und ich habe keine Klimaanlage. Außerdem sind da ein paar lebenswichtige Entscheidungen, die getroffen werden wollen, aber ich weiß einfach nicht, was das Richtige für mich ist:

Pfannkuchen oder Rührei?

Duschen oder nicht duschen?

Einen Schirm mitnehmen oder riskieren, nass zu werden?

Nachtisch bestellen oder doch lieber mal joggen gehen?

Ja, ich weiß. Hart, nicht wahr? Um ehrlich zu sein gibt es da aber tatsächlich eine wichtige Entscheidung zu treffen und bei all der freien Zeit, die ich habe, denke ich natürlich an nichts anderes. Seit fast acht Monaten bin ich jetzt unterwegs und habe mal wieder das Unausweichliche hinausgezögert. Aber dieselbe Frage bleibt bestehen:

Was ist der nächste Schritt?

Und die Antwort lässt weiterhin auf sich warten. Na, jedenfalls habe ich mich heute mit meinem kanadischen Freund getroffen. Wir haben nicht wirklich über das Thema Bali und Religion gesprochen (haben nicht wirklich “Sachen gemacht” und er hatte auch keine Ahnung…), aber er erinnerte mich an ein Gespräch, das wir beide vor ein paar Wochen geführt hatten. Er hatte mir ein Video gezeigt, dessen zentrale Frage war:

Was wäre denn, wenn Geld keine Rolle spielte? Wenn alles nur davon abhinge, was ich mir wünsche und was ich gerne machen würde – was würde ich dann machen?

Für mich hängt diese Frage noch mit einer anderen zusammen: Was, wenn es kein Versagen gäbe? Was wäre, wenn ich genau das machen könnte, was ich wollte ohne mir Gedanken über Erfolg oder Niederlage machen zu müssen? Oder Erwartungen oder Verantwortung? Ich weiß, was ich dann tun würde. Ich habe nur oft zu viel Angst, es auszusprechen, denn das würde es real machen.

Das hier würde ich tun:

Ich würde schreiben. Ich würde Geschichten erzählen ohne mir den Kopf zu zerbrechen, ob meine Schreibe gut genug ist oder ob ich Talent habe. Ich würde es einfach tun ,weil es mich glücklich macht. Allein bei dem Gedanken macht mein Herz einen Hüpfer. Ich würde irgendwo in der Natur leben, denn mal ganz ehrlich, wo sonst sollte man leben wollen? In einem einfachen Holzhaus mit Mosaik-Fenstern im Dach, die am Morgen farbenfrohe Muster auf den Dielenfußboden werfen. Ich würde Bücher horten und einen Schreibtisch vor einem großen Fenster mit Ausblick in einen wilden Garten haben. Ich würde fischen gehen und lange Fahrten mit meinem Geländewagen machen, neben mir mein Hund, dessen Schlappohren im Wind schlackern. Ich würde einfaches Essen kochen und mich an den einfachen Dingen des Lebens erfreuen und ich würde lachen und lieben und leben.

Das würde ich tun. Und jetzt muss ich mich für einen Weg entscheiden, der dorthin führt.

Bestimmt helfen Instant-Nudeln. Und ein Song.

 

 

PS: Ja, ich war mit meinem kanadischen Freund im Art Café. Aber wir haben nur Café Lattes getrunken und ich habe nicht mal ein Foto gemacht. Darum müsst ihr leider mit dem leben, das ich schon am ersten Tag gemacht habe. Verzeihung.

 

 

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Gesa Neitzel

Hallo! Schön, dass du da bist. Ich bin Gesa aus Berlin und mir gehört der Laden. Hier erzähle ich von meinen Reisen um die Welt und immer auch ein Stück mehr zu mir selbst.

  1. Yvonne sagt:

    We only live once. But if we do it right, once is enough.
    Do what makes you happy. Love what you do and love life. Come what may.

  2. Johannes sagt:

    Dein Traum ist sehr realistisch, so großartig, wie du schreibst. Danke dafür.

  3. Gesa sagt:

    Danke dir, Johannes. Dein Wort in Gottes Gehörgang…

  4. Me sagt:

    You know, who’s going to sit right next to you on that big wooden porch, eyes to the sea, wind in the hair, a little smile on the lips, listening to music.. ;-) Miss you

  5. Gesa sagt:

    I know, my dear. I know. :-)

... Ich möchte auch was dazu sagen:

Hierlang für noch mehr Abenteuer!schliessen
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