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Traumberuf: Aussteiger.

“Wenn ich mal groß bin, werde ich Aussteiger!”

 

Ja, es scheint fast schon ein Trend zu werden. Ute macht es bald, Christian immer wieder, Conni schon lange und wenn es so weiterläuft, bin ich irgendwann auch mit in dem Club.

 

Adieu, Kollegen – wir sind raus!

Wir steigen aus der Sache aus.

 

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Was das für mich persönlich bedeutet, das weiß ich. Und auch warum ich es irgendwann machen muss: Ich habe Fragen, die nach Antworten verlangen. Ich habe Durst nach der Welt. Ich will raus aus dem Hamsterrad. Und ich traue mich, daran zu glauben, dass ein selbstbestimmtes Leben meiner Gemeinschaft mehr dienen wird, als wenn ich ein unzufriedener Teil des Systems bliebe.

 

Ich kappe die alten Seile, um selbst neue zu spannen.

 

bread

 

 

Der Plan ist also nicht, irgendwann einsam und allein im Wald zu wohnen. Will ja nicht die Hexe im Pfefferkuchenhaus werden. Nein, ich möchte zurückgeben, möchte auch ein bisschen was Sinnvolles tun und irgendwie diese Welt, in die ich geboren wurde, mit dem Gefühl wieder verlassen, dass ich hier nicht einfach nur meine Zeit abgesessen, sondern auch etwas für sie getan habe.

 

Kein Mensch ist schließlich eine Insel. Das wusste schon John Donne.

 

wind

 

Jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents, ein Teil des Festlandes. Mein Weg dorthin zurück führt über das Reisen zu neuen Ufern. Und das stellt mich vor ein Problem, denn damit kann das System nichts anfangen. Da mach’ ich dem System auch gar keinen Vorwurf – ich selbst konnte damit auch lange nichts anfangen.

Es fällt mir nach wie vor auch verdammt schwer, eine Definition für etwas zu finden, das am Ende doch nur mich ganz allein definieren soll. Mich, in all meiner Individualität und Schönheit. Mich, die so ist wie niemand sonst. Aber bin ich das wirklich? Bin ich wirklich so anders? Oder werde ich am Ende doch einfach, was die Gesellschaft gemeinhin einen Aussteiger nennt?

Was genau ist denn überhaupt ein Aussteiger?

 

beach

 

Wikipedia sagt: “Als Aussteiger bezeichnet man Menschen, die sich durch ihr Verhalten von gesellschaftlichen Normen zu befreien versuchen, indem sie aus ihrer konkreten Lebenswelt innerlich oder äußerlich „aussteigen“.”

Nun gut, innerlich bin ich ja schon längst raus. Nur äußerlich bin ich noch hier. Und damit bin ich nicht allein. Fernweh haben scheinbar viele.

Aber wir können doch jetzt nicht alle aussteigen. Oder doch?

 

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Mir persönlich gefällt der Trend ja ganz gut. Immer mehr wollen raus und suchen nach ganz eigenen Möglichkeiten, um dies zu tun. Die Aussteiger, die ich kenne, haben auch nichts mit Christopher McCandless gemeinsam, der loszog, um in einem grünen Bus in der Wildnis in seinen Gedanken zu baden – und selbst der hat es ja am Ende geschnallt! (Dass sowohl Film als auch Buch so erfolgreich waren, sagt aber wohl auch eine Menge über uns aus. Uns, die Generation Y.)

Nein, die Aussteiger, die ich kenne, gehen ihren eigenen Weg, weil sie merken, dass das von ihren Vorfahren gestaltete Gesellschaftssystem für sie nicht funktioniert.

 

Um ihren Beitrag zu leisten, müssen sie ausbrechen.

 

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Tun sie es nicht, schleicht sich irgendwann Unmut, Langeweile, Frust oder sogar Depression ein – und damit ist nun wirklich niemandem geholfen. Allerdings gilt es vorher unbedingt auszuschließen, dass der Ausstieg nicht einfach nur ein Wegrennen vor Problemen ist.

 

Es heißt, kein Grund zu bleiben sei ein guter Grund zu gehen.

 

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Nun, kann sein. Aber ob es wirklich so einfach ist? Kann nämlich auch sein, dass das Jetzt einfach nur aus einem falschen (=frustrierten) Blickwinkel betrachtet wird. Zwei- oder gar dreimal hingucken lohnt auf jeden Fall, bevor von heute auf morgen alle Zelte abgebrochen werden. Und die Frage nach dem “Warum” kann nicht oft genug gestellt werden. Ich hoffe ja selbst noch, dass ich mir den faulen Zahn ziehen kann und einfach wieder Gefallen an der alten Ordnung finden werde!

Wer sich nämlich für den Trampelpfad des Lebens entscheidet, der darf sich dann auch nicht über das Unterholz beschweren. Denn weder die Berufswelt, noch die Krankenkasse oder die Altersvorsorge sind ausgelegt auf Gegen-den-Strom-Schwimmer. Dabei würden wir uns selbst gar nicht so bezeichnen.

 

Wir schwimmen nicht gegen den Strom -

wir schwimmen in einem ganz anderen Fluss!

 

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Mir persönlich flößt genau das aber noch Respekt ein. Darum bin ich äußerlich auch noch hier. Jeder kennt wohl diese Gedankenkette: Solange ich jung bin und gesund mag das alles ja ein großes Abenteuer sein – aber was, wenn dem mal nicht mehr so ist?

Dass es sich genau dabei um ein perfektes Konstrukt handelt, ist mir bewusst. Aus Angst vor sozialem Abstieg oder mangelhafter Versorgung im Alter stricke ich die gewohnten Muster weiter, obwohl ich sie längst nicht mehr sehen kann. Um mich von dieser Misere abzulenken kaufe ich Dinge, die ich nicht brauche und trage so meinen Teil dazu bei, dass das Konstrukt bestehen bleibt. Entferne ich aber die unterste Karte, nämlich die Angst, fällt das gesamte Kartenhaus in sich zusammen.

Klingt so einfach. Bedeutet aber auch, die einzige Art zu leben hinter mir zu lassen, die ich kenne.

Ich habe keine Angst vor der stürmischen See,

die zwischen mir und neuen Ufern liegt.

 

 

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… Nein, ich habe Angst davor, überhaupt erstmal den Anker einzuholen.

Manchmal verfluche ich meine Träume und verwünsche den Tag, an dem ich zum ersten Mal den Fuß über die Schwelle setzte. Weil ich es mir ungeheuer schwierig vorstelle, auf Pionierpfaden zu wandern. Es erfordert Mut, die eigenen Entscheidungen verantwortlich zu machen, anstatt immer nur die Anderen; die undefinierte Masse; die Gesellschaft.

Dass ich dennoch auf meine Art aussteigen werde, ist unausweichlich.

 

Ich habe von der süßen Frucht gekostet, die sich Freiheit nennt

und kann den Geschmack auf meiner Zunge nun nicht mehr vergessen.

 

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Aber – und auch das sollte an dieser Stelle erwähnt werden – “Aussteigen” ist nicht automatisch gleichzusetzen mit “In-Asien-in-der-Hängematte-baumeln-weil’s-da-so-schön-billig-ist”. Aussteiger sind zunächst einmal Menschen, die neue Wege beschreiten wollen und die bereit sind, hart für ihre Träume zu arbeiten.

Und ich will fest daran glauben: Je mehr neue Wege wir einschlagen und einander unterwegs begegnen, desto mehr können wir einander auch verstehen, voneinander lernen und dann zusammen ordentlich was schaffen. Das heißt nicht, dass jeder aussteigen muss / soll / kann / will. Das heißt nur, dass es manchen Menschen als nötiger Schritt erscheint, um voranzukommen.

Es muss immer Menschen geben, die neue Wege gehen.

Es gab sie schon immer.

Und hoffentlich wird es sie auch immer geben.

 

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Bleibt abzuwarten, wo diese Menschen in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren stehen werden. Ich für meinen Teil bleibe aber optimistisch, dass jeder – egal ob Aussteiger oder nicht – es schon irgendwie packen wird.

 

Competition

 

 

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Gesa Neitzel

Hallo! Schön, dass du da bist. Ich bin Gesa aus Berlin und mir gehört der Laden. Hier erzähle ich von meinen Reisen um die Welt und immer auch ein Stück mehr zu mir selbst.

  1. Nina sagt:

    Wie sagt man so schön?
    “Ich schwimme weder gegen, noch mit dem Strom, ich kann nur den scheiß Fluss nicht finden…”
    Geht zumindest mir so, aber das ist gar nicht so schlimm, jetzt wo ich weiß dass es mehrere Flüsse gibt und man von einem in den anderen hüpfen kann.

    ;)

  2. Carina sagt:

    Da stimme ich Nina zu mit den mehreren Flüssen, manchmal ist es auch eher Wildwasser-Rafting ;)

    Dein Beitrag wirft mich um ein knappes halbes Jahr, oder eher ein Jahr zurück, als ich mich auch fragte- kann das alles sein?
    Ich hatte es damals mit einer Beziehung verglichen und mich gefragt: passen wir noch zusammen? http://travelrunplay.de/beziehungen/

    Eine berechtigte Frage, die man sich von Zeit zu Zeit wieder stellen sollte.

    Ich bin gespannt wie es bei Dir weiter geht!

  3. Holger sagt:

    Ich sehe Dich… auf dem neuen Weg!
    Denn dort gehörst Du hin.
    Mit Deinem Talent zu Schreiben, wirst Du alle Kurven meistern und auf allen Geraden richtig Gas geben können, ohne den Blick für das Wesentliche zu verlieren – die Landschaft und die Menschen um Dich herum.
    Wo uns dieser Weg – oder all diese Wege – hinführen, wissen wir nicht, aber wir werden es herausfinden!
    Ohne Angst, denn wir sind nicht alleine…

    • Gesa sagt:

      Vielen Dank, Holger. Das nenne ich mal aufmunternde Worte… Ich will daran glauben, dass wir es alle packen am End’. :-)

  4. Ute sagt:

    Mal wieder wunderschön und tiefsinnig beschrieben <3
    Danke, liebe Gesa!

  5. Kati sagt:

    Liebe Gesa,
    du hast meinem momentanen Gefühl wunderbare Worte und Sätze verliehen. Vielen Dank dafür und ich bin gespannt, welche Flüsse, Seen und Meere du noch durchqueren wirst :)

    • Gesa sagt:

      Vielen Dank, liebe Kati. Ich halte dich auf dem Laufenden, wohin meine Reise gehen wird und wünsche auch dir viel Glück auf deinem Weg :-)

  6. dieSteffi sagt:

    Hallo Gesa!

    Danke für den schönen Text… Wo hast du denn das Zitat her: Wir schwimmen nicht gegen den Strom -
    wir schwimmen in einem ganz anderen Fluss!

    Das klingt so nach mir:
    http://www.reise-forum.weltreiseforum.de/viewtopic.php?p=27785#27785

    bunteGrüße
    dieSteffi

    • Gesa sagt:

      Hi Steffi,

      Glaube nicht, dass es ein Zitat von irgendjemandem ist. Der Satz entsprang einfach so meinem Hirn, während ich den Artikel schrieb. Mag mich aber auch irren.

      Aber cool, klingt ja in der Tat so, als hätten dich ganz ähnliche Gedanken beschäftigt!

      Liebe Grüße,
      Gesa

      • dieSteffi sagt:

        Hallo Gesa!

        Wahrscheinlich haben mich damals, als ich 2006 diese Zeilen schrieb, ziemlich genau die gleichen Gedanken beschäftigt. Ich habe es dann getan und mein Leben komplett umgekrempelt. Ob ich es “aussteigen” nennen will und mich damit selbst in eine Schublade stecken, darüber habe ich auch viel nachgedacht und mich entschlossen es nicht zu tun. Es ist einfach nur mein Leben. Ich. Und ich kann bestätigen, dass man vieles an überkommenen Strukturen hinter sich lassen kann. Da Mensch aber Strukturen braucht, musste ich mir eigene, neue schaffen. Und das ist gar nicht so leicht. Den eigenen Fluss muss man eben erstmal bauen… deshalb kann man ihn nämlich auch nicht finden ;) Und als ich dann da so schwamm habe ich herausgefunden:

        Ich wollte einen anderen Fluss.
        Und jetzt erst sehe ich, der Fluss ist gar kein Fluss.
        Er ist ein See, oder ein Meer.
        Ein Fluss fließt in eine bestimmte Richtung, reisst einen mit.
        Ein Meer ist eine große Weite. Es gibt unzählige Richungen. Meistens treibt man auf der Stelle. Das Ufer weit entfernt.
        In der Enge des Flusses ist der Weg bekannt, die Richtung auch. Das Ziel vielleicht fern, doch es gibt eines und man kann es sich vorstellen.
        Ein Meer stellt ganz neue Herausforderungen. Es gibt keine Wege. Die Weite kann Angst machen.
        Auf dem Fluss ist alles in Bewegung.
        Auf dem Meer ist Stille. Man wird nicht bewegt, wie der Fluss einen bewegt, an muss selbst bewegen. Aber was? Und wohin?
        Auf dem Fluss ist es einfach. Richtung und Ziel stehen fest. Man fließt mit vielen anderen voran.
        Auf dem Meer ist man alleine. Es mag andere geben, aber das Meer ist so groß. Nichts, woran man sich orientieren könnte. Man kann schnell verlorengehen in der Unendlichkeit des Meere mit seinen vielen Möglichkeiten.
        Was macht man im Meer?
        Entscheidet man sich für eine Richtung oder ergießt man sich in die Stille des Seins?

        bunteGrüße
        :)

  7. Aylin sagt:

    Liebe Gesa, soviel Wahres in Deinen Worten. Diese Gedanken rauben mir auch so manche Nacht- sozusagen die ’2 Herzen in meiner Brust’. Zwischen grenzenlosem Optimismus a la das wird schon und dem Zweifel, ob ich einen Ausstieg auf Dauer schaffen kann… Ich verfolge weiter gespannt, wohin es Dich zieht :) alles Liebe, Aylin

    • Gesa sagt:

      Liebe Aylin,

      Ich danke dir so sehr für deinen Kommentar. Ich weiß ganz genau, wie du dich fühlst! Es ist wohl die schwierigste Entscheidung, die ich je treffen musste. Aber, so platt es klingt, “wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.”

      Ich bin mir sicher, du wirst deinen finden und drücke dir für dein Abenteuer ganz doll die Daumen! Was das meine angeht, so wirst du hier darüber lesen können :-)

      Freut mich, dass du zu mir gefunden hast!

      Liebe Grüße,
      Gesa

  8. Christian sagt:

    Hallo Gesa,

    erst einmal Danke – für die Nennung in Deinem sehr schönen Artikel.

    Ich kann Dir nur raten, Dich nicht selber “fertig zu machen” die meisten Dinge – gerade was das “Aussteigen” angeht finden sich ganz von selbst, nachdem der Denkprozess erst einmal angestossen ist. Irgendwann wird die Sehnsucht nach der “Freiheit” so gross, dass man den ersten Schritt dann ganz von selbst macht…

    Ich drücke Dir in jedem Fall die Daumen, dass Du deine Träume verwirklichen kannst…

    Viele Grüße, Christian

  9. Ist das wirklich ein neuer Trend? Mein Vater hat schon (mit vielen Anderen) in den 60ern den Hippietrail bereist und ich bin ebenfalls 1999 auf unbestimmte Zeit ausgestiegen. Es gab da nur noch kein Internet und keine Blogs. Die Fragen nach dem Sinn waren damals schon die gleichen wie heute. Ich bin nach einem Jahr zurückgekehrt, weil ich für mich festgestellt habe, daß ein Aussteigerleben auf Dauer nichts für mich ist. Irgendwann kam der Wunsch nach raus-aus-dem Trott aber wieder hoch und abermals ging ich fort. Wenn dieser Wunsch in einem schlummert, sollte man dem also unbedingt nachgeben. Es gibt (fast) nichts Besseres. Und seine Berufswahl kann sich im Laufe des Lebens ja ruhig auch mehrfach ändern ;). Ganz viel Spass dabei. LG, Nadine

    • Gesa sagt:

      Vielen Dank, liebe Nadine.

      Hmmm, na einen “neuen” Trend habe ich es nicht genannt. Denn du hast Recht, das Konzept des Aussteigens ist natürlich alles andere als neu. Trotzdem halte ich es für eine spannende Entwicklung: Unsere Konsumgesellschaft hat vielleicht den absoluten Höhepunkt erreicht, immer mehr stellen aber tatsächlich ihre Rolle in dieser Maschinerie in Frage.
      Und ich stimme dir absolut zu: Wenn du für eine Sache brennst, dann musst du ihr nachgeben!

      Ich wünsche dir auch viel Spaß!

      Liebe Grüße,
      Gesa

  10. […] Reisegeschichten, die mich wirklich berühren, aufrütteln und motivieren. Besonders zu empfehlen: Traumberuf Aussteiger. […]

  11. Ben sagt:

    Just beautiful – danke Gesa.

    “Wir schwimmen nicht gegen den Strom -
    wir schwimmen in einem ganz anderen Fluss!”

    Das ist ein tolles Bild.

    Alles Liebe und mach weiter dein Ding!

    Ben

  12. D.H. sagt:

    Hallo Gesa,

    ich finde diesen Artikel sehr schön, und er hebt einen Punkt deutlich hervor – nämlich, dass ein Ausstieg aus Frustration wenig bringt. Hier ist ein Perspektivwechsel besser angebracht, um auch (wieder) das Schöne zu sehen.

    Liebe Grüße,
    David

  13. Svenja sagt:

    Hey Gesa,
    danke für den Artikel. Mir gefällt auch die Vorstellung das wir in einem anderen Fluss schwimmen. Denn je mehr ich mich mit dem Thema des Aussteigens, des Andersseins, des Reisens auf Dauer beschäftige, desto mehr finde ich im Internet Menschen denen es ähnlich geht. Es gibt mehr und mehr Leute die so denken wie du/ wie wir und welche dies auch umsetzen – was früher vielleicht nur als Gedanke möglich war, ist heute umsetzbar, wenn man nur was dafür tut!! Das Problem, solche Leute findet man nicht / oder eher weniger in seinem normalen Umfeld, diese Leute muss man erst suchen – aber wenn man schafft einen Kontakt zu diesen Mitmenschen herzustellen , dann schwimmt man vielleicht in einem anderen Fluss wie die Gesellschaft – aber hat die Möglichkeit in einem Fluss mit lauter Menschen zu schwimmen, die das tun was sie möchten und die nicht einfach dem Strom des ersten Flusses folgen! :)

    Wäre da nur nicht die Karte die Angst. Ich selbst habe derzeti viel Angst, was wird! Ich frage mich, was wird wenn ich jetzt erstmal reise und das mit ortsunabhängigen Arbeiten nicht wird, lande ich dann in ein paar Jahren in irgend einem supermarkt an der kasse, weil ich keinen “richtigen” Job auf Grund der Lücken in meinem Lebenslauf finde?! was wird, wenn ich alt bin?? – Aber diese Fragen kann man nie wissen!! Man kann auch mit dem Strom schwimmen und unglücklich sein und Zukunftsängste haben, also kann man auch in den anderen Fluss hüpfen und erst mal anfangen das zu tun, was man will, was man liebt was einen Zufrieden macht und dann weiter sehen :)

    Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg! Und vergiss nicht, der andere Fluss in dem du schwimmst ist nicht leer, da schwimmen ganz viele lustige und freie Fischchen :)

    Liebe Grüße
    Svenja

  14. Rebecca sagt:

    Liebe Gesa,

    bin zufällig auf diesen Blogeintrag von dir gestoßen. Du hast genau die richtigen Worte dafür gefunden, wie ich mich fühle. Und ich muss auch noch den anderen Fluss finden, aber ich denek, wenn man “dem, wofür man brennt, nachgibt”, wie du es so schön gesagt hast, dann wird es sich von selbst ergeben.

    Danke, dass du das teilst!

    LG Rebecca

  15. Gesa :) sagt:

    Gesa! Wie schön, dass ich diesen Text gefunden habe. Du bist nicht nur mein Namensspiegel, sonder auch ein Spiegel meiner derzeitigen Gefühls-und Gedankenwelt. Ich bin 23, in einer kaufmännischen Ausbildung und mir im Grunde meines Herzens sehr bewusst, dass ein “0/8/15″ vorbestimmtes Leben auf sicheren, eingetrampelten Pfaden nicht meinen Lebenshunger stillen wird. Aber wie aussteigen? Und was will ich denn überhaupt? Haaach, ich schätze, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, muss man einfach Mut beweisen und den ersten Schritt gehen, auch wenn der Weg noch im Dunklen liegt. Es gibt diese wunderbare Metapher von dem Auto, mit dem man nachts von einem Ende eines Landes zum anderen kommt, obwohl die Scheinwerfer ja immer nur die nächsten paar Meter preisgeben.

  16. Flo sagt:

    Toller Text. Und der zweite Fluss ist wirklich naheliegend – ich frage mich nun, wie ich selbst noch nicht drauf gekommen sein konnte :) Die Scheinwerfer Metapher ist auch klasse.

    Ich bin vor 3 Jahren “ausgestiegen”. Inzwischen hört sich das Wort größer und interessanter an als sich das neue Leben anfühlt.

    Es ist nicht alles Gold und nicht jeder Tag ist aufregend. Aber ich lebe selbstbestimmt und selbstbewusst und es fühlt sich gut an.

    Kann keine Nachteile entdecken. 0/8/15 Hängematte mit 9-5-Job ist sicherlich bequemer, weil keine Entscheidungen notwendig sind. Ich mag aber Entscheidungen.

    Bin gespannt auf deine weiteren Texte. Liebe Grüße

    • Gesa Neitzel sagt:

      Hallo Flo, vielen Dank für deinen Kommentar. Klingt wirklich toll, der Weg, den du eingeschlagen hast! Ich wünsche dir dabei auch weiterhin ganz viel Glück!

      Für weitere Texte müsstest du ab diesem Monat bei http://www.wonderfulwild.com vorbeischauen. Auf Bedouin Writer schreibe ich nicht mehr.

      Liebe Grüße,
      Gesa

  17. Lea sagt:

    Vielen Dank, Gesa.
    Auch wenn jeder sagt, dass du einem aus der Seele sprichst, schließe ich mich an.
    Alles hinter sich zu lassen, um seine Ziele zu verwirklichen, ist bestimmt nicht leicht. Auch ich befinde mich noch nicht mal im Anfangsprozess, kann erst nächstes Jahr starten und sammel deswegen alles, was ich zu greifen bekomme. Jedes noch so kleine Wort von euch “erfahrenen” Bloggern, ist wahnsinng hilfreich.

    Auch wenn unsere Ziele nicht die gleichen sind, ähneln sie sich doch in einem: das Aussteigen begleitet uns alle.
    Danke für einen Beitrag,
    Lea

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