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Vom Weiterziehen und Wachsen.

Du weißt, wenn es Zeit ist weiterzuziehen. Es fühlt sich an wie ein starkes Seil um deinen Körper, das dich nach vorne zieht. Und das tut weh. Du bist unruhig, Träume von morgen verfolgen dich in der Nacht. Du vollziehst Handlungen, die Abschied bedeuten. Packst, obwohl das Packen noch Zeit hat. Sagst auf Wiedersehen und wie schön es wäre, wenn man in Kontakt bliebe.

Meinst du es?

Ja. Und das tut weh.

 

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Morgen? Bist du wieder unterwegs.

 

Was bleibt, ist das Gelernte und was du hoffst, gegeben zu haben.

 

Denn immer wenn du weiterziehst, lässt du ein Stück von dir selbst zurück. Und ja, das tut weh. Du weißt, du kannst nicht bleiben. Oder doch? Ein Moment – du versuchst ihn festzuhalten. Aber das geht nicht, denn er ist flüchtig. Und das tut weh.

 

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Darum versuchst du, den Moment in Erinnerung zu behalten. Wie er aussah, wie er roch und schmeckte, am meisten aber: wie er sich anfühlte. Aber das geht nicht.

Und das tut nun wirklich weh.

 

Die Angewohnheit zu vergessen macht Schlechtes erträglich.

Gutes verschwindet oft zu schnell.

 

Das Leben wird nie wieder so sein. Und das tut weh. Oder tut es nicht?

Aber du musst weitergehen – warum sonst hast du ein Paar Beine bekommen? Wie ein Baum, der höher und höher in den Himmel wächst, sollst auch du wachsen. Und wachsen kannst du nur, wenn du gehst. Weißt du noch, als du ein Kind warst und deine Beine anfingen zu wachsen? Das tat nun wirklich weh.

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Ja, wachsen tut weh. Es tut weh, denn wenn es nicht weh täte, würdest du es nicht bemerken.

 

Schmerz ist die Erinnerung ans Wachsen.

 

Und du kannst nur hoffen, dass du irgendwann einen Ort findest, an dem Wurzeln in die Erde wachsen. An dem du nicht mehr zum Horizont schaust, sondern zum Himmel über dir.

Und dann tut es auch nicht mehr weh.

 

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Gesa Neitzel

Hallo! Schön, dass du da bist. Ich bin Gesa aus Berlin und mir gehört der Laden. Hier erzähle ich von meinen Reisen um die Welt und immer auch ein Stück mehr zu mir selbst.

  1. Vielen Dank. Wunderschön geschrieben. Ich kenne das so gut…

  2. Dhruv sagt:

    you really do seem to have a way with words.. wonderful!

  3. Birte sagt:

    Ich habe deinen Blog heute entdeckt und er gefällt mir total gut, auch wenn ich noch nicht so viel von dir gelesen habe. Nach diesem Eintrag hier muss ich mich einfach mal bedanken. Das hast du wirklich wunderschön geschrieben und du triffst es wirklich auf den Punkt :)

  4. gesaberlin sagt:

    Vielen Dank, Birte und herzlich willkommen!

  5. Vera sagt:

    wow, du hast das Gefühl auf den Punkt getroffen…schöne Worte! Vielen Dank für diesen Start in den Tag! :-)

  6. […] Denn ich musste mich von meinen alten, treuen Freunden verabschieden und Abschied fiel mir noch nie leicht. Als ich euch zum ersten Mal sah, wollte ich euch nicht über den Weg […]

  7. sehr schön beschrieben, Gesa!

    Ich habe ich mich häufiger gefragt, ob es nicht gerade die Getriebenheit, die fiebrigen Träume waren, die es unmöglich machten zu bleiben, wenn ich einmal einen Ort entdeckt hatte, der mich zum Bleiben einlud. Bei einem frage ich mich noch heute, warum ich es nicht einfach drauf ankommen lassen habe. Die Magie der Suche war wohl einfach zu stark…

    Liebe Grüße! Oleander

    • Gesa sagt:

      “Die Magie der Suche”. Das gefällt mir. Mir fällt zur Beruhigung noch das hier ein:

      “And don’t worry about losing. If it is right, it happens — The main thing is not to hurry. Nothing good gets away.”

      — John Steinbeck

... Ich möchte auch was dazu sagen:

Hierlang für noch mehr Abenteuer!schliessen
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